Serologie

Der Nachweis von Antikörpern gegen Infektionserreger (Antigen) in Körperflüssigkeiten, in erster Linie Serum, aber auch Speichel oder Milchproben wird als Serologie bezeichnet und gehört mit zu den klassischen Untersuchungsverfahren der Infektionsdiagnostik.

Das gebräuchlichste Verfahren ist hier der ELISA- Test (Enzym-Linked-Immuno-Sorbent-Assay), bei dem eine Komponente der Antigen-Antikörper-Reaktion - meist das Antigen - an einer Kunststoffoberfläche haftet und die jeweils andere Komponente - meist der Antikörper - in der Probe enthalten ist bzw. gesucht wird (indirekter ELISA).

Das Verfahren ist in der technischen Durchführung sehr robust gegen Störfaktoren und dauert meist nur wenige Stunden. Die Nachweisgrenzen und die Spezifität sind - natürlich abhängig von der Wahl des Antigens und den immunologischen Besonderheiten der Erkrankung - in der Regel gut bis sehr gut.

Da bei serologischen Verfahren (indirekter ELISA) häufig nicht der Erreger selbst, sondern die Immunreaktion des erkrankten Tieres auf den Erregerkontakt nachgewiesen wird, spricht man hier von einem indirekten Erregernachweis.

Je nach Fragestellung bringt dies Vor- oder Nachteile für die Diagnostik.

Eine positive Immunreaktion ist - wieder abhängig von der jeweiligen Erkrankung - erst zwischen ca. 5- 21 Tage nach dem Erregerkontakt möglich - nach der sog. Serokonversion. Danach muss für einen positiven Nachweis der Erreger selbst nicht mehr vorliegen, was bei Erregern mit einer sehr kurzen oder keiner Septikämie-/ Virämie-Phase  den Zeitraum eines Erkrankungsnachweises verlängert.
Dieser Nachweiszeitraum ist auch wieder erkrankungsabhängig und kann zwischen wenigen Wochen und vielen Monaten oder sogar Jahren anhalten.

Die Grenzen der Methode sind gesetzt durch die Spezifität des Antigens. Nicht immer ist es möglich bestimmte Serogruppen oder Serotypen eines Erregers alle gleich gut zu erfassen oder ggf. voneinander abzugrenzen, da auch die Antikörper beim Tier einer hohen Variabilität unterliegen, insbesondere im Frühstadium einer Erkrankung. Bei manchen Erkrankungen werden die serologischen Untersuchungsergebnisse durch eine Impfung beeinflusst. Die Kenntnis des Impfstatus ist daher von besonderer Bedeutung für die Interpretation von serologischen Ergebnissen. Da der Erreger nur indirekt mittels Antikörper nachgewiesen wird, steht kein Erregermaterial für weitere Charakterisierungen des Erregers,  einen Resistenztest oder auch für die Herstellung eines stallspezifischen Impfstoffes zur Verfügung. Sollte dies gewünscht sein, so sind Verfahren der klassischen kulturellen Bakteriologie anzuwenden.

Der Nachweis von Infektionserregern mittels Serologie ist generell besonders für die Herdendiagnostik geeignet. Das Antikörperprofil eines Bestandes, z.B. durch Beprobung verschiedener Altersgruppen oder von Tieren in unterschiedlichen Erkrankungsphasen gibt Einblick in den Erkrankungsverlauf, ebenso geeignet ist eine serologische Untersuchung für das regelmäßige Monitoring des Bestandes zur Überwachung der Herdengesundheit oder die Bestätigung des Gesundheitsstatus eines Betriebes.

Auch der indirekte Nachweis ist bei Erkrankungen durch virale Erreger mit sehr kurzer oder fehlender Virämie (Influenza) oder bei bakteriellen Erkrankungen, bei denen der Direktnachweis möglicherweise sonst nur aus Organmaterial gelingt oder wo die Anzucht der Krankheitserreger technisch aufwendig (z.B. Lawsonia intracellularis, Chlamydien) und langwierig (Leptospiren, M. paratuberculosis) ist, eine sinnvolle Einsatzmöglichkeit.  

Die IVD GmbH hat daher einige serologische Screenings zusammengestellt, die bei Problemen im Atmungsapparat oder bei Reproduktionsproblemen und Abortgeschehen  wichtige differentialdiagnostisch in Frage kommende Erreger berücksichtigen.

z.B. Respirations-Screening „Ahlem“ zum indirekten Nachweis von Actinobacillus pleuropneumoniae, Mycoplasma pneumoniae, Influenza A Virus und PRRSV in Blutserum.

Reproduktions-Screening „Ery + Parvo“ zum indirekten Nachweis von Erysipelothrix rhusiopathiae (Rotlauf), Leptospiren, Porzines Parvovirus und PRRSV in Blutserum.

Weitere Screening-Angebote für verschiedene Fragestellungen und Tierarten finden Sie in unserem Leistungsverzeichnis sowie auf den Untersuchungsanforderungsformularen.

Für weitere Fragen können Sie sich auch direkt an Herrn Dr. med. vet. Sebastian Fischer (Fachtierarzt für Mikrobiologie) wenden. Seine Rufnummer lautet: 0511-220029-22 oder -0