Sektion mit zielorientierter Organentnahme beim Schwein - wozu?

Die postmortale Eröffnung und pathomorphologische Untersuchung des Tierkörpers stellt eine wertvolle Ergänzung klinischer Diagnostikmethoden dar.
Während sich die klinische Untersuchung am lebenden Tier prinzipiell auf eine Überprüfung der Organfunktionen und ein enges Spektrum vom Tier entnehmbarer Probenmaterialien wie Blut, Ex- und Sekrete beschränken muss, können durch die pathologische Untersuchung verendeter und getöteter Tiere aus einem sehr breiten Spektrum möglicher Proben gezielt die für die Klärung der Krankheits- und Todesursache optimalen Proben entnommen und weiterführend untersucht werden.
Durch die pathomorphologischen Befunde können dabei zusätzliche Informationen gewonnen werden, durch die sich die ätiologischen Differentialdiagnosen der klinischen Untersuchung häufig auf wenige eingrenzen lassen,. Diese können dann gezielt durch weiterführende Untersuchungen abgeklärt werden.
Darüber hinaus können indirekte und direkte Nachweise natürlich oder häufig im Schwein vorkommender Erreger wie z.B. PCV2, Actinobacillus pleuropneumoniae, Haemophilus parasuis oder Mykoplasmen oft erst durch den Nachweis oder Ausschluss erregertypischer Läsionen hinsichtlich ihrer fallbezogenen klinisch-pathologischen Bedeutung gewichtet werden.

Sektionen bei der IVD

Bei der Sektion von Schweinen durch die IVD erfolgt auf Basis des klinischen Vorberichts und der makroskopischen Befunde eine gezielte Entnahme von geeignetem Probenmaterial für weiterführende Untersuchungen. Die Proben werden in  Absprache mit dem Tierarzt umgehend den gewünschten infektionsdiagnostischen und/oder histologischen Untersuchungen unterzogen. Für Untersuchungen, die von der IVD GmbH selbst nicht angeboten werden, werden geeignete Proben auf Wunsch unverzüglich an andere Institute weitergeleitet (z.B. für toxikologische Untersuchungen).

Sektionstiere werden von Mo.-Fr. von 8 bis 12 Uhr angenommen, damit die entnommenen Proben ohne Zeitverlust noch am selben Tag weiter untersucht werden können. Bei einer späteren Anlieferung kann eine Sektion der Tierkörper einschließlich der weiterführenden Untersuchungen am selben Tag nicht garantiert werden.

Aufgrund der räumlichen und technischen Bedingungen können nur Schweine bis max. 200 kg Körpergewicht seziert werden. Seuchenverdächtige Tiere werden nicht angenommen. Ferkel und Schweine bis ca. 40 kg können lebend angenommen werden.

Eine telefonische Voranmeldung unter 0511/220029-0 und ein Vorbericht des Tierarztes (z.B. per Fax: 0511/220029-99) sind erforderlich.

Es sollten möglichst frisch verendete Tiere eingesandt werden. Unbehandelte Tiere mit den typischen klinischen Symptomen eignen sich am Besten zur Abklärung des Krankheitsgeschehens.

Für weitere Fragen können Sie sich auch direkt an Frau Dr. med. vet. Renate Frase
(Fachtierärztin für Pathologie) wenden. Ihre Rufnummer lautet: 0511-220029-13 oder -0