Bakteriologie

Wenn man an den kulturellen bakteriologischen Erregernachweis denkt, so fallen einem große Namen ein, Louis Pasteur, Robert Koch und uns Tiermedizinern natürlich auch Friedrich Löffler.

Die klassischen kulturellen Anzuchtverfahren haben sich auch tatsächlich in den letzten 100 Jahren kaum geändert.
Seit ca. 50 Jahren werden biochemische Verfahren (bunte Reihen) zur Differenzierung der bakteriellen Erreger eingesetzt. Heute sind aber auch modernste Technik und molekularbiologische Verfahren in das klassische bakteriologische Labor eingezogen. 
Molekularbiologische Verfahren wie die PCR und Sequenzierungen erlauben die schnelle und hochspezifische Analyse von Isolaten bis auf Spezies- und sogar Subspeziesebene. Es können neben der Bakterienspezies auch Virulenzfaktoren und Toxintypen bestimmt werden.

Wie alle Verfahren hat auch die Kultur ihre Vor- und Nachteile.

Vorteilhaft ist die umfassende Suche nach allen Erregerisolaten in der Probe, sofern alle in Frage kommenden Wachstumsvoraussetzungen gegeben sind. Ein einmal kultiviertes Isolat kann dann für weitere Untersuchungen oder Maßnahmen wie Resistenztests oder die Herstellung eines bestandsspezifischen Impfstoffes weiter genutzt werden.

Nachteilig ist die lange Untersuchungszeit aufgrund von Inkubationszeiten in jedem Untersuchungsgang. Auch gelingt die Kultur natürlich nur, solange lebende Bakterien in der Probe enthalten sind. Daher ist der unverzügliche Beginn mit der kulturellen Untersuchung essentiell. Der schnelle und gekühlte Transport zur Untersuchungseinrichtung und das korrekte Transportmedium sind von besonderer Bedeutung für den Erfolg der Untersuchung. Die Vermeidung von einer Kontamination der Probe mit Umgebungs- und Verderbniskeimen ist ebenfalls wichtig, da sonst Krankheitserreger mit anspruchsvollen Wachstumseigenschaften leicht überwachsen werden. Auch sollten die Proben möglichst nicht von Tieren stammen, die mit bereits mit Antibiotika behandelt wurden.

Untersuchungsempfehlungen für verschiedene Fragestellungen, Altersgruppen und Organerkrankungen finden Sie in unserem Leistungsverzeichnis sowie auf den Untersuchungsanforderungsformularen.

Für weitere Fragen können Sie sich auch direkt an Frau Dr. med. vet. Karen Dohmann
(Fachtierärztin für Mikrobiologie, Leitung Abteilung Bakteriologie) wenden. Ihre Rufnummer lautet: 0511-220029-40 oder -0