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Yersinia enterocolitica (Yersioniose)
Yersinien sind gramnegative, kokkoide Stäbchenbakterien mit einer Größe von 0,5-0,8 x 1-3 µm. Die Gattung Yersinia gehört zur Familie der Enterobacteriaceae und man unterscheidet innerhalb der Gattung 11 Spezies, von denen nur drei human- bzw. tierpathogen sind: Y. enterocolitica, Y. pseudotuberculosis und Y. pestis. Alle anderen Arten sind als ubiquitär vorkommende Umweltkeime anzusehen (Y.frederikensii, Y. intermedia, Y. kristensii, Y. rohderi, Y. aldovae, Y. molaretii und Y. bercovieri). Die Infektion mit Y. enterocolitica wird als Yersiniose bezeichnet, hierbei handelt es sich um eine Zoonose, d.h. eine Erregerübertragung vom Tier auf den Menschen und umgekehrt ist möglich. Um eine Einteilung hinsichtlich Pathogenität und Epidemiologie einzelner Y.enterocolitica Isolate zu erhalten, wird der Erreger aufgrund biochemischer Eigenschaften in 6 Biovare eingeteilt (1A, 1B, 2-5). Zusätzlich zur Einteilung in Biovare wird in der Routinediagnostik eine Einteilung in Serovare vorgenommen, die im Wesentlichen auf den O-Antigenen basiert. Y. enterocolitica kommt weltweit vor, der Mensch infiziert sich vor allem durch die orale Aufnahme des Erregers über kontaminiertes Wasser, Milch oder Schweinefleisch. Vor allem Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte stellen eine wichtige Infektionsquelle dar. Nur in Ausnahmefällen wird die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch beschrieben. Infektionen mit Y. enterocolitica rufen beim Menschen eine akute Enteritis mit wässrigem bis blutigem Durchfall hervor, häufig begleitet von Fieber, Erbrechen und abdominalem Schmerz. Die Infektion mit Y. enterocolitica ist bei nahezu allen warmblütigen Tieren nachgewiesen worden, hier handelt es sich aber in der Regel um subklinische Infektionen, der Erreger kann in infizierten Tieren über einen langen Zeitraum persistieren und von ihnen ausgeschieden werden. In seltenen Fällen kann es auch beim Tier zur Ausprägung einer klinischen Yersiniose in Form einer Enteritis kommen, eine Allgemeininfektion ist nur in Ausnahmefällen beschrieben. Die genaue Infektionsquelle für Schlachtschweine ist noch ungeklärt. Da Y.enterocolitica in der Regel nicht aus Absatzferkeln isoliert werden kann und ein Nachweis des Erregers erst aus Schweinen im Maststall möglich ist, wird davon ausgegangen, dass infizierte Schweine den Erreger erst in der Mast ausscheiden so kommt es zur Kontamination des Stalles und zur Infektion weiterer Tiere. Insbesondere die intensive Schweinehaltung hat zu einer weiten Verbreitung von Y.enterocolitica in den Schweinebeständen geführt. Die Bekämpfung des Erregers in den Beständen ist als problematisch zu sehen, da häufig persistent infizierte Carrier-Tiere auftreten, die zu einer Verbreitung des Erregers im gesamten Bestand, sowie zu einer Kontamination der Stallungen führen. Somit gelangen dann auch infizierte Tiere zur Schlachtung und der Mensch kann sich dann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel infizieren. Diagnostik: Kultureller (direkter) Erregernachweis: Anzucht des Erregers nach Anreicherung über Selektivmedien oder nach Kälteanreicherung. Anschließend werden pathogene von apathogenen Isolaten über Selektivmedien und biochemische Pathogenitätstests unterschieden. PCR Nachweis: Direkter Nachweis aus aufgereinigtem Probenmaterial, hierbei kann gleichzeitig neben dem Erregernachweis die Pathogenitätsprüfung durchgeführt werden. Serologischer (indirekter) Nachweis: Nachweis von Antikörpern gegen Yersinia enterocolitica im indirekten ELISA-Verfahren.
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