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Sarcoptes scabiei var. suis (Räude des Schweins)
Die Schweineräude ist weltweit verbreitet und wird durch die Grabmilbe Sarcoptes scabiei var. suis verursacht. Räudemilben sind grauweiß, etwa 0,5 mm lang und auf dunklem Untergrund gerade noch erkennbar. Die Räudemilben sind wirtsspezifisch, es ist jedoch denkbar, dass die Milben auf den Menschen übergehen, eine Vermehrung ist dann aber nicht möglich. Die Milben werden durch direkten Körperkontakt von Schwein zu Schwein übertragen. Kontaktinfektionen finden beim Säugen von der infizierten Zuchtsau auf ihre Ferkel oder beim Deckakt statt. Als häufigste Art der Einschleppung in einen freien Bestand gilt der Zukauf von symptomlos infizierten Tieren. Da die Überlebensfähigkeit der Milbe außerhalb des Schweins begrenzt ist, spielt eine Übertragung durch infizierte Einstreu, Stallungen und Geräte eine untergeordnete Rolle. Die Milben können in feuchten Ställen und bei niedriger Umgebungstemperatur bis zu 14 Tage außerhalb des Wirtes überleben. Die Grab- und Saugaktivitäten lösen starken Juckreiz, verbunden mit Hautveränderungen wie Rötungen, Pusteln, Borken und schmierigen Krusten aus. Erste Räudeläsionen an der Ohrmuschelinnenseite sind 3 Wochen nach Infektion zu erkennen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Hautverdickung und Faltenbildung. Die durch Scheuern geschädigte Haut kann sich sekundär bakteriell entzünden. Durch Juckreiz ruhelose Sauen erdrücken schneller ihre Ferkel; ihre Milchproduktion nimmt ab. Die täglichen Zunahmen von Mastschweinen und die Futterverwertung können bis zu 10 % vermindert sein, was die Mastdauer verlängert. Zum mikroskopischen Nachweis muss ein tiefes Hautgeschabsel möglichst aus der Ohrinnenseite genommen werden, die Entnahmestelle sollte bluten. Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Erfassung des Scheuerindex, d.h., das Feststellen der Häufigkeit des Auftretens von Juckreiz. Die Ergebnisse des Scheuerindexes sind aber vorsichtig zu beurteilen, da Umwelteinflüsse die Kratzaktivitäten von Sauen beeinflussen können. Ein Antikörpernachweis im Blut mittels ELISA ist möglich. Für eine aussagekräftige Diagnostik wird empfohlen, von räudeverdächtigen Tieren Blutproben zu entnehmen. Für ein aussagekräftiges bestandsrelevantes Ergebnis ist eine ausreichend große Probenzahl je nach Bestandsgröße erforderlich.
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