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Rhodococcus equi (Rhodokokkose)
Rhodococcus equi ist ein weltweit verbreiteter Infektionserreger und eine der wichtigsten Ursachen für die Erkrankung von ein bis sechs Monate alten Fohlen. Die Erkrankung ist vornehmlich durch Fieber, eitrig-granulomatösen Bronchopneumonien mit ausgedehnter Abszessbildung charakterisiert. Ca. 50% der an Pneumonie erkrankten Fohlen weisen auch eine intestinale Infektion auf, die jedoch selten mit klinischen Symptomen einhergeht. Des weiteren können nicht-septische Polysynovitiden, septische Arthritiden und Osteomyelitiden auftreten. Die Rhodokokkose tritt sowohl sporadisch wie auch endemisch auf, wobei die Morbidität bei 80% und die Mortalität bei 5-17% liegen. Als Hauptübertragungswege gelten die Inhalation und die Aufnahme des Erregers über den Verdauungstrakt. Neben dem omphalogenen wird auch der intrauterine Weg beschrieben. Die labordiagnostische Abklärung erfolgt durch die serologische Untersuchung mittels ELISA oder durch den direkten Erregernachweis aus Nasentupfern und Tracheobronchialsekret mit Hilfe der bakteriologischen Untersuchung. Wenn Rhodokokken kulturell isoliert werden werden, kann ggf. ein Resistenztest durchgeführt werden. Schneller ist der Nachweis Rhodococcus equi-spezifischer DNA mittels PCR, die über den Nachweis eines virulenz-assoziierten Plasmids auch Auskunft über die Virulenzeigenschaft des Erregers geben kann.
Salmonella species
Salmonellen sind gramnegative, gerade Stäbchenbakterien mit einer Größe von 0,7-1,5 x 2-5 µm. Die Gattung Salmonella zählt zu den wichtigsten Vertretern der Familie Enterobacteriaceae. Salmonellosen gehören zu den Zoonosen, d.h. es ist eine Übertragung vom Tier auf den Menschen möglich und umgekehrt. Die Benennung der Salmonella Arten ist sehr komplex und hat sich im Laufe der Zeit häufig geändert. Heute unterscheidet man zwei Spezies, S. enterica und S. bongori, innerhalb der Spezies S. enterica unterscheidet man zusätzlich fünf Subspezies.
Spezies Subspezies Salmonella enterica enterica salamae arizonae diarizonae houtenae indica Salmonella bongori
Zu 99,5 % gehören Salmonellen, die aus Infektionen beim Menschen und warmblütigen Tieren isoliert wurden, der Subspezies enterica an. Vertreter der Subspezies salamae und houtenae wurden aus Reptilien isoliert. Innerhalb der Subspezies erfolgt die traditionelle Benennung der verschiedenen Serovare basierend auf dem Kauffmann-White Schema. Nach diesem Schema gibt es mehr als 2500 verschiedene Salmonella Serovare, die sich aufgrund des Vorkommens von unterschiedlichen O- und H-Antigenen unterscheiden. Die O-Antigene sind Bestandteil der Lipopolysaccharide (LPS) der Zellwand und die H-Antigene aus den Proteinbausteinen der Geißeln (Flagellen), mit denen sich die Salmonellen fortbewegen können. Zusätzlich verfügen einige Arten über ein Kapselantigen (= K-Antigen). Salmonellen sind weltweit verbreitet und kommen ubiquitär vor, die können aus nahezu allen Wirbeltieren, aber auch aus verschiedenen Insekten isolieren werden. Hierbei unterscheidet man wirtsadaptierte Serovare von nicht wirtsadaptierten Serovaren. So ist z.B. die Serovar S. Dublin an das Rind adaptiert, das Serovar S. Choleraesuis an das Schwein und das Serovar S. abortusequi an das Pferd. Zu den nicht wirtsadaptierten Serovaren gehören z.B. S. Typhimurium und S. Enteritidis. Diese können i.d.R. sehr lange Zeit im Wirt persisitieren und werden häufig intermittierend ausgeschieden. S. Typhimurium ist das Serovar, das weltweit am häufigsten bei verschiedenen Spezies, einschließlich dem Menschen aus Probematerial bei Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes isoliert wird. Die Infektion des Menschen mit Salmonellen erfolgt überwiegend durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel tierischen Ursprungs wie Eier, Fleisch, Wurst und Rohmilch. Dabei können Lebensmittel primär durch eine Infektion des Lebensmittel liefernden Tieres kontaminiert sein oder sekundär bei der Ver- und Bearbeitung der Lebensmittel kontaminiert werden. Nur in sehr seltenen Fällen erfolgt eine Ansteckung des Menschen über den direkten Kontakt mit salmonellosekranken oder Salmonellen infizierten Tieren und weniger als 10% der Infektionen kommen durch eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch zustande.
Die beim Schwein vorkommenden Salmonellen lasen sich in zwei Gruppen einteilen. Die erste Gruppe beinhaltet das wirstadaptierte Serovar S. Cholerasuis. In die zweite Gruppe fallen alle anderen beim Schwein isolierten Serovare, darunter auch S. Typhimurium und S. Enteritidis. S. Choleaesuis als wirtsadaptiertes Serovar spielt in Deutschland und Westeuropa keine Rolle, hat aber zum Beispiel in Nordamerika noch eine große Bedeutung. Das häufigste Isolat beim Mastschwein ist S. Typhimurium. Die Übertragung der Salmonellen im Bestand von Tier zu Tier erfolgt meist auf fäko-oralem Weg und in der akuten Phase werden große Mengen Salmonellen (bis zu 107 KBE pro Gramm Kot) ausgeschieden. Aufgrund des ubiquitären Vorkommens von Salmonellen darf aber auch die Übertragung durch Nager und Insekten nicht außer Acht gelassen werden, so kann z.B. Mäusekot bis zu 105 KBE Salmonellen pro Gramm enthalten und somit Futtermittel und Tränkewasser kontaminieren.
Problematik der Salmonellen Infektion beim Schlachtschwein
Eine klinische Infektion mit S. Typhimurium spielt nur beim Ferkel eine Rolle, hier können Enteritiden beobachtet werden. Beim älteren Tier verläuft die Infektion dahingegen in der Regel symptomlos. Zu einer verstärkten Ausscheidung von Salmonellen und gelegentlich auch zu einer klinischen Symptomatik bei älteren Tieren kann es durch die Einwirkung verschiedener Stressfaktoren kommen. So kann es beim Transport von Tieren zum Schlachthof zu vermehrter Salmonellenausscheidung und zur Kontamination der Umgebung kommen.
Diagnostik: Kultureller (direkter) Erregernachweis: Anzucht des Erregers auf Selektivmedien mit anschließender Serotypisierung in der Objekträgerschnellagglutination. PCR-Nachweis nach Anreicherung: Anreicherung und Aufreinigung der Salmonellen mit anschließendem PCR Nachweis über die Amplifikation Spezies und Serovar spezifischer DNA Abschnitte (Serovar Typhimurium und Enteritidis). Serologischer (indirekter) Nachweis im ELISA: Nachweis von Antikörpern gegen Salmonellen im indirekten ELISA-Verfahren.
QS-Salmonellen-Monitoring von Schweinebeständen
Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sind heute ein zentrales Anliegen. Auch die Forderung im Entwurf der neuen Schweine-Salmonellen-Leitlinie, Schweinebestände hinsichtlich ihres Salmonelleneintrages in die Fleischproduktionskette einzustufen, verfolgt dieses Ziel. Salmonellen kommen ubiquitär vor. Sie rufen jedoch beim Schwein, anders als beim Menschen, i.d.R. keine sichtbaren Krankheitssymptome hervor. Daher ist es sinnvoll durch systematische, stichprobenweise Blutuntersuchung zu prüfen, in welchem Umfang die Schweinebestände - nicht die Einzeltiere - Kontakt mit diesen Erregern hatten. Im Rahmen der Eigenkontrolle hat in Deutschland die Qualität und Sicherheit GmbH (QS) ein Salmonellenüberwachungsprogramm (Leitfaden Salmonellenmonitoring) entwickelt, dessen Ziel die Reduktion des Salmonelleneintrages in die Lebensmittelkette ist. Grundidee dabei ist es, die Bestände zu kontrollieren und nicht das Fleisch, so dass für den teilnehmenden Landwirt keine lebensmittelrechtlichen Konsequenzen und damit finanzielle Einbußen drohen. Infolge der Untersuchungen werden die Bestände, abhängig von der Anzahl positiv getesteter Proben in 3 Kategorien eingeteilt. Die Kategorien stellen eine Risikobewertung des entsprechenden Bestandes dar.
Kategorie I: < 20 % positive Befunde in der Stichprobe, Salmonellenrisiko niedrig Kategorie II: ≥ 20 % und < 40 % positive Befunde in der Stichprobe, Salmonellenrisiko mittel Kategorie III: ≥ 40 % positive Befunde in der Stichprobe, Salmonellenrisiko hoch
- für Untersuchungen werden Fleischsaft oder Serumproben untersucht, hierfür dürfen nur die von der QS anerkannten Testsysteme Verwendung finden:
- Salmotyp (LDL, Leipzig) - Enterisol Salmonellen Diagnostikum (Boehringer, Ingelheim) - Herd Check (Idexx, Ludwigsburg)
- teilnehmende Betriebe verpflichten sich, abhängig von der Anzahl zur Schlachtung angelieferte Tiere, zur Untersuchung einer Mindestprobenzahl.
Abhängig von der Kategorie können gezielte Maßnahmen zur Salmonellenreduktion in der landwirtschaftlichen Produktion sowie im Schlachtbetrieb durchgeführt werden. Solche Maßnahmen sind z.B. - die Analyse der Ein- und Verschleppung von Salmonellen (Tier, Mensch, Schadnager, Vögel, Futter, ....) - die Verminderung der Einschleppung (kontrollierte Tierherkünfte, Schutzkleidung, Schadnagerbekämpfung, Futter- und Tränkewasserhygiene, ggf. Impfung etc.) - die Reduktion der Verschleppung von Salmonellen, insbesondere Stallhygiene - die Änderung in Zulieferstrukturen und -gewohnheiten (Gründung von Erzeugergemeinschaften, Transportfahrzeuge) - die getrennte Anlieferung und Schlachtung von Tieren aus Kat. III Beständen - salmonellenreduzierende Hygienemaßnahmen beim Schlachten von Kat. III Tieren - sowie Massnahmen in Kat. II und III Beständen (II: Beratung, III: bestandspezifischer Massnahmenplan) entsprechend dem QS-Leitfaden. Im Rahmen des QS-Salmonellenmonitorings sind nur akkreditierte Labors für die Durchführung der Untersuchungen zugelassen. Für die Beurteilung ist hier eine willkürlich gewählte Grenze von 40 % der optischen Dichte der Positivkontrolle (OD) gesetzt, um zwischen "positiven" und "negativen" Proben zu unterscheiden. Mittelfristig ist eine Senkung dieser Grenze denkbar, wie in Dänemark bereits erfolgt, um so die Gesamtbelastung der deutschen Schweinepopulation und damit des Schweinefleisches zu reduzieren.
Sarcoptes scabiei var. suis (Räude des Schweins)
Die Schweineräude ist weltweit verbreitet und wird durch die Grabmilbe Sarcoptes scabiei var. suis verursacht. Räudemilben sind grauweiß, etwa 0,5 mm lang und auf dunklem Untergrund gerade noch erkennbar. Die Räudemilben sind wirtsspezifisch, es ist jedoch denkbar, dass die Milben auf den Menschen übergehen, eine Vermehrung ist dann aber nicht möglich. Die Milben werden durch direkten Körperkontakt von Schwein zu Schwein übertragen. Kontaktinfektionen finden beim Säugen von der infizierten Zuchtsau auf ihre Ferkel oder beim Deckakt statt. Als häufigste Art der Einschleppung in einen freien Bestand gilt der Zukauf von symptomlos infizierten Tieren. Da die Überlebensfähigkeit der Milbe außerhalb des Schweins begrenzt ist, spielt eine Übertragung durch infizierte Einstreu, Stallungen und Geräte eine untergeordnete Rolle. Die Milben können in feuchten Ställen und bei niedriger Umgebungstemperatur bis zu 14 Tage außerhalb des Wirtes überleben. Die Grab- und Saugaktivitäten lösen starken Juckreiz, verbunden mit Hautveränderungen wie Rötungen, Pusteln, Borken und schmierigen Krusten aus. Erste Räudeläsionen an der Ohrmuschelinnenseite sind 3 Wochen nach Infektion zu erkennen. Im weiteren Verlauf kommt es zu Hautverdickung und Faltenbildung. Die durch Scheuern geschädigte Haut kann sich sekundär bakteriell entzünden. Durch Juckreiz ruhelose Sauen erdrücken schneller ihre Ferkel; ihre Milchproduktion nimmt ab. Die täglichen Zunahmen von Mastschweinen und die Futterverwertung können bis zu 10 % vermindert sein, was die Mastdauer verlängert. Zum mikroskopischen Nachweis muss ein tiefes Hautgeschapsel möglichst aus der Ohrinnenseite genommen werden, die Entnahmestelle sollte bluten. Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Erfassung des Scheuerindex, d.h., das Feststellen der Häufigkeit des Auftretens von Juckreiz. Die Ergebnisse des Scheuerindexes sind aber vorsichtig zu beurteilen, da Umwelteinflüsse die Kratzaktivitäten von Sauen beeinflussen können. Ein Antikörpernachweis im Blut mittels ELISA ist möglich. Für eine aussagekräftige Diagnostik wird empfohlen, von räudeverdächtigen Tieren Blutproben zu entnehmen. Für ein aussagekräftiges bestandsrelevantes Ergebnis ist eine ausreichend große Probenzahl je nach Bestandsgröße erforderlich.
Streptococcus equi subsp. equi (Druse)
Streptococcus equi subsp. equi (kurz: Streptococcus equi) gehört zu den primär pathogenen Erregern von Atemwegserkrankungen bei Pferden. Insbesondere Tiere in einem Alter von 1-5 Jahren sind für eine Streptococcus equi-Infektion prädisponiert. Er verursacht beim Pferd vor allem das spezifische Krankheitsbild der Druse, einer hochkontagiösen Infektion des oberen Atmungstraktes mit Abszedierung der Lymphknoten insbesondere des Kopfbereiches, die über eine hämatogene wie auch lymphogene Verbreitung zu Abszessen in Organen von Thorax und Abdomen führen können. Streptococcus equi gilt als Ursache für Septikämien bei Fohlen und in seltenen Fällen auch als Aborterreger bei Stuten. Der Erreger wird direkt über die Schleimhäute aufgenommen, wobei im Allgemeinen die Verschleppung des Erregers über kontaminiertes Material eine Hauptansteckungsquelle darstellt. Nach einer Inkubationszeit von ca. 4-8 Tagen treten erste Krankheitserscheinungen in Form von Fressunlust, Apathie, Fieber (bis zu 41°C), ein- oder beidseitigem seromukösen bis purulentem Nasenausfluss, Schwellung der Mandibularlymphknoten, Husten und Druckempfindlichkeit des Kehlkopfes und eine gestreckte Kopf- und Halshaltung auf. Die „schwere Form“ der Druse geht mit mukopurulentem Nasenausfluss, eitriger Lymphadenitis mit abszedierenden, durch die Haut durchbrechenden Lymphknoten im Hals-, Kopfbereich und anderen Körperregionen einher. Die nasale Ausscheidung des Erregers beginnt 2-3 Tage nach dem Auftreten von Fieber und kann bis zu 6 Wochen nach Abklingen klinischer Symptome andauern. Der direkte Nachweis von Streptococcus equi subsp. equi aus Eiter-, Abszessmaterial, Nasen- und Tracheobronchialsekret erfolgt routinediagnostisch mit Hilfe der bakteriologischen Untersuchung und biochemischer Differenzierung. Als eine gute Alternative bzw. Ergänzung zum kulturellen Nachweis wird die PCR als eine Methode mit hoher Spezifität und Sensitivität zum Nachweis von Streptococcus equi spezifischer DNA eingesetzt.
Streptococcus equi subsp. zooepidemicus (Fohlenspätlähme)
Streptococcus equi subsp. zooepidemicus (kurz: Streptococcus zooepidemicus) spielt bei Nabel- und Wundinfektionen als Infektionserreger eine bedeutende Rolle. Vor allem bei Fohlen und Jungpferden führen Infektionen mit Streptococcus zooepidemicus häufig zu respiratorischen Erkrankungen, der sogenannten Streptokokken-Pharyngitis und zu eitrigen Bronchopneumonien aber auch zu Allgemeinerkrankungen in Form der Fohlenspätlähme (klassische Fohlenlähme). Die Fohlenspätlähme ist eine Erkrankung, die vor allem innerhalb der 2.- 6. Lebenswoche auftritt und meist tödlich verläuft. Klinisch ist die Infektion mit Streptococcus zooepidemicus kaum von einer Infektion mit Streptococcus equi zu unterscheiden. Die Pferde zeigen Fieber bis zu 41°C, eitrigen und mit Futterpartikeln vermischten Nasenausfluss, feuchten Husten, Lymphknotenschwellungen und eine gestreckte Kopf- und Halshaltung. Präpartal kann der Erreger intrauterin und omphalogen übertragen werden, postpartal gelten der Nabelstumpf, die nasale oder orale Aufnahme des Erregers und die Aufnahme des Erregers über die Schleimhäute der Augen als Hauptübertragungswege. Bei adulten Tieren kann Streptococcus zooepidemicus insbesondere nach Übertragung des Keimes über den Deckakt zu entzündlichen Veränderungen der Genitalschleimhäute bis hin zu eitrigen Endometritiden führen. Streptococcus zooepidemicus induziert Aborte zwischen dem 6. und 9. Trächtigkeitsmonat und gelegentlich auch Totgeburten. Auch bei Mastitiden, Gastritiden sowie Epididymitiden bei Hengsten und im Zusammenhang mit Druse und Glomerulonephritis mit Nierenversagen wird Streptococcus zooepidemicus isoliert. Der diagnostische Erregernachweis von Streptococcus equi subsp. zooepidemicus erfolgt sowohl über die bakteriologische Untersuchung als auch über die PCR, wobei mit Hilfe einer Multiplex-PCR direkt zwischen Streptococcus equi subsp. zooepidemicus und Streptococcus equi subsp. equi differenziert werden kann.
Yersinia enterocolitica (Yersioniose)
Yersinien sind gramnegative, kokkoide Stäbchenbakterien mit einer Größe von 0,5-0,8 x 1-3 µm. Die Gattung Yersinia gehört zur Familie der Enterobacteriaceae und man unterscheidet innerhalb der Gattung 11 Spezies, von denen nur drei human- bzw. tierpathogen sind: Y. enterocolitica, Y. pseudotuberculosis und Y. pestis. Alle anderen Arten sind als ubiquitär vorkommende Umweltkeime anzusehen (Y.frederikensii, Y. intermedia, Y. kristensii, Y. rohderi, Y. aldovae, Y. molaretii und Y. bercovieri). Die Infektion mit Y. enterocolitica wird als Yersioniose bezeichnet, hierbei handelt es sich um eine Zoonose, d.h. eine Erregerübertragung vom Tier auf den Menschen und umgekehrt ist möglich. Um eine Einteilung hinsichtlich Pathogenität und Epidemiologie einzelner Y.enterocolitica Isolate zu erhalten, wird der Erreger aufgrund biochemischer Eigenschaften in 6 Biovare eingeteilt (1A, 1B, 2-5). Zusätzlich zur Einteilung in Biovare wird in der Routinediagnostik eine Einteilung in Serovare vorgenommen, die im Wesentlichen auf den O-Antigenen basiert. Y. enterocolitica kommt weltweit vor, der Mensch infiziert sich vor allem durch de orale Aufnahme des Erregers über kontaminiertes Wasser, Milch oder Schweinefleisch. Vor allem Schweinefleisch und Schweinefleischprodukte stellen eine wichtige Infektionsquelle dar. Nur in Ausnahmefällen wird die direkte Übertragung von Mensch zu Mensch beschrieben. Infektionen mit Y. enterocolitica rufen beim Menschen eine akute Enteritis mit wässrigem bis blutigem Durchfall hervor, häufig begleitet von Fieber, Erbrechen und abdominalem Schmerz. Die Infektion mit Y. enterocolitica ist bei nahezu allen warmblütigen Tieren nachgewiesen worden, hier handelt es sich aber in der Regel um subklinische Infektionen, der Erreger kann in infizierten Tieren über einen langen Zeitraum persistieren und von ihnen ausgeschieden werden. In seltenen Fällen kann es auch bei Tier zur Ausprägung einer klinischen Yersiniose in Form einer Enteritis kommen, eine Allgemeininfektion ist nur in Ausnahmefällen beschrieben. Die genaue Infektionsquelle für Schlachtschweine ist noch ungeklärt. Da Y.enterocolitica in der Regel nicht aus Absatzferkeln isoliert werden kann und ein Nachweis des Erregers erst aus Schweinen im Maststall möglich ist, wird davon ausgegangen, dass infizierte Schweine den Erreger erst in der Mast ausscheiden so kommt es zur Kontamination des Stalles und zur Infektion weiterer Tiere. Insbesondere die intensive Schweinehaltung hat zu einer weiten Verbreitung von Y.enterocolitica in den Schweinebeständen geführt. Die Bekämpfung des Erregers in den beständen ist als problematisch zu sehen, da häufig persistent infizierte Carrier-Tiere auftreten, die zu einer Verbreitung des Erregers im gesamten Bestand, sowie zu einer Kontamination der Stallungen führen. Somit gelangen dann auch infizierte Tiere zur Schlachtung und der Mensch kann sich dann durch den Verzehr kontaminierter Lebensmittel infizieren. Diagnostik: Kultureller (direkter) Erregernachweis: Anzucht des Erregers nach Anreicherung über Selektivmedien oder nach Kälteanreicherung. Anschließend werden pathogene von apathogenen Isolaten über Selektivmedien und biochemische Pathogenitätstests unterschieden. PCR Nachweis: Direkter Nachweis aus aufgereinigtem Probenmaterial, hierbei kann gleichzeitig neben dem Erregernachweis die Pathogenitätsprüfung durchgeführt werden. Serologischer (indirekter) Nachweis: Nachweis von Antikörpern gegen Yersinia enterocolitica im indirekten ELISA-Verfahren.
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